Präsidiumssprecher
Giesbert Boermann
Röntgenstraße 2
48465 Schüttorf
Telefon: (05923) 2946
Schießanlage
Ohner Straße 5
48465 Schüttorf
Telefon: (05923) 61 26
Verantwortlich: H. Sluiter
Telefon: (05923) 3790
Festplatz
Ecke Wiesenstraße / Alte Hofstraße
48465 Schüttorf
Giesbert Boermann
Telefon: (05923) 2946
Vereinslokal
becker´s, Schevestraße 2
48465 Schüttorf
Telefon: (05923) 31 34

Spielmannszug

http://www.sz-adler.de/

Einige musikbegeisterte Schützen gründeten im Jahre 1931 den Spielmannszug Adler. Nachdem man bei zahlreichen Übungsabenden die ersten Märsche einstudiert hatte und dann auch Proben seines Könnens in der Öffentlichkeit abgelegt hatte, war mit der sogenannten Gleichschaltung das nur zweijährige Wirken unseres Spielmannszuges abrupt beendet.

Im Anschluss an die Generalversammlung unseres Schützenvereins im Jahre 1951 fassten musikinteressierte Schützen den Entschluss, auch den Spielmannszug des Vereins wiederzugründen. Bei den Männern der ersten Stunde handelte es sich um Ernst Albach, Anton Keutz, Gerrit Poel, Helmut Boermann und Johann Dirks.

Bis zum ersten Schützenfest nach der Wiedergründung am 23. und 24. Juni 1951 war die Ausbildung bereits so weit fortgeschritten, dass die Umzüge durch die vereinseigenen Spielleute angeführt werden konnten. Viele junge Leute schlossen sich jetzt dem Spielmannszug an, sodass eine stetige Aufbauarbeit beginnen konnte.

Die Übungsabende wurden damals im »Kohlenlager« der Gaststätte Wensing absolviert. Leider konnten nicht alle jungen Leute gehalten werden, und auch ein mehrfacher Wechsel des Tambourmajors musste vorgenommen werden. Dadurch geriet die anfangs gute Entwicklung immer wieder ins Stocken. Die Wiedergründer und Spielleute der ersten Stunde schafften es jedoch, den Spielmannszug aufrechtzuerhalten.

Im Jahre 1961 feierte man das 10-jährige Bestehen. Die Übungsabende wurden in dieser Zeit im Lokal Puring an der Bentheimer Straße durchgeführt. Nicht zuletzt der damalige Vorstand unseres Schützenvereins half in den Folgejahren über diverse Rückschläge hinweg.

Nachdem im Jahre 1967 Herward Wolters das Amt des Tambourmajors übernommen hatte, wurde mit einer intensiveren Ausbildungsarbeit begonnen. Dadurch fanden auch verstärkt Jugendliche den Weg zu unserem Spielmannszug. In diesen Jahren wurden wieder häufiger Musikwettstreite besucht, um auch dadurch hinzuzulernen.

Am 16. Februar 1969 wurde den Spielleuten eine wertvolle Standarte überreicht, deren Anschaffung durch zwei großzügige Spenden ermöglicht worden war. Freunde des Vereins und unseres Spielmannszuges machten die Anschaffung von Trommeln, Flöten und Lyren möglich, wozu auch die Spielleute ihren eigenen Anteil beitrugen.

Am 8. September 1974 dann das bis dahin größte Ereignis in der Geschichte des Zuges: Mehr als 30 Musikzüge beteiligten sich auf dem Jahnplatz an einem in eigener Regie bestens organisierten Musikwettstreit. Eine große Freude bereitete dann der Schützenbruder Everhard Kiewitt dem Spielmannszug, indem er ihm einen Schellenbaum schenkte.

Im Jahre 1975 studierte man den »Großen Zapfenstreich« ein, der während des Sommerfestes zusammen mit dem Schüttorfer Musikverein aufgeführt wurde.

Das 25-jährige Bestehen im Jahre 1976 feierten die Spielleute mit einem großen Konzert- und Tanzabend im Saale Steggewentze. Hierzu konnte vom Spielmannszug der bekannte Unterhaltungskünstler Billy Mo („Ich kauf´mir lieber einen Tirolerhut…“) mit seiner Kapelle verpflichtet werden.

Auf Initiative von Tambourmajor Wolters wurden dann 1977 „B-Trompeten“ in den Spielmannszug eingebaut. Bei Teilnahmen an Musikwettstreiten in diesen Jahren wurden sowohl in der Spielmannszug- als auch in der Fanfarenzugklasse vordere Ränge belegt.

Am 2. September 1979 wurde dann in Verbindung mit dem 50-jährigen Jubiläum der Schüttorfer Ortsfeuerwehr der zweite Musikwettstreit auf dem Kuhmplatz veranstaltet.

Auf Anregung unseres Spielmannszuges, hier besonders von Herward Wolters, wurde 1981 die Schüttorfer Musikgemeinschaft (SMG) gegründet.

Im August des gleichen Jahres veranstalteten die Spielleute mit ihrem Anhang eine Sechstagefahrt nach Berlin. Als Höhepunkte dieses Berlin-Aufenthaltes gelten sicherlich die Konzerte vor dem Reichstagsgebäude und dem Schöneberger Rathaus.
Ein besonderer Leckerbissen war das Auftreten vor ca. 41000 Besuchern beim Zweitbundesligaspiel Hertha BSC – Schalke 04 im Berliner Olympiastadion. Während der Spielmannszug mit stolzer Brust den Anstoßpunkt und das Fußballfeld mit klingendem Spiel verließ, musste sich am 4.8.1981 Schalke 04 mit dem Endergebnis 3:1 geschlagen geben.

Durch die gute Ausbildungsarbeit von Übungsleiter Johann Dirks wurden in der folgenden Zeit eine ganze Reihe anspruchsvoller Musikstücke einstudiert. Am 22. und 23. September 1984 veranstalteten unsere Spielleute dann ihren dritten Musikwettstreit. Die abermals sehr gut gelungene Veranstaltung fand durch einen Radiobericht des Norddeutschen Rundfunks einen feinen Abschluss.

Im darauffolgenden Jahr musste Tambourmajor Herward Wolters aus gesundheitlichen Gründen den Tambourstab niederlegen. Die Spielleute ernannten ihn zum Ehrenspielmann und wählten den bisherigen stellvertretenden Tambourmajor Günter Draber zu seinem Nachfolger.

Die Übungsabende fanden in jenen Jahren für eine lange Zeit im Musikraum der Orientierungsstufe Schüttorf statt. Durch den Anschluss an den Deutschen Volksmusikerbund wurde es den Spielleuten ermöglicht, an diversen Ausbildungslehrgängen für das Spielmannszugwesen teilzunehmen. Die Spielmannsmusik, von vielen zu Unrecht und oft belächelt, besteht heute dank dieser guten Ausbildungsmöglichkeiten nicht nur mehr aus den alten Traditionsmärschen, auch schwierigste Konzertstücke gehören zu ihr.

Im Jahre 1989 wurde der Wettstreit zum ersten Mal in der »Vechtehalle« veranstaltet; es war der inzwischen vierte seiner Art.

Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens wurde von uns im Herbst 1991 im Saale Steggewentze ein Konzert- und Tanzabend mit der Harmonie Vriezenveen durchgeführt.

Bald danach übernahm Bernd Brinkmann von Günter Draber die musikalische Leitung. Die Teilnahme an den D- und C-Lehrgängen wurde weiter intensiviert. Unter anderem dadurch ist man seit längerem in der Lage, die theoretische und praktische Ausbildung des Nachwuchses durch eigene qualifizierte Kräfte durchzuführen. Intensives Üben, aber auch die Förderung des Gemeinschaftsgefühls, stehen unter anderem bei dem jährlich durchgeführten Proben- und Spielewochenende im Vordergrund.

Im Oktober 1998 übergab Bernd Brinkmann die musikalische Leitung an Jens Boermann. Das Repertoire des Spielmannszuges wurde immer vielfältiger und umfasste neben den Traditionsmärschen auch schwierigste Konzertstücke und Originalkompositionen für Spielleute.

Bei der Ausbildung des Nachwuchses wird heute in kleinen Gruppen mit qualifizierten Dozenten gearbeitet. Die Bläser werden in Atemtraining, Intonation, im Tonleiterspiel, vom-Blatt-Spiel und der Erarbeitung des Repertoires des Orchesters unterrichtet. Die Schlagzeuger erhalten Unterricht in der Ausführung der richtigen Bewegungsabläufe, rhythmischen Übungen, vom-Blatt-Spiel und natürlich ebenfalls in der Erarbeitung des Repertoires. Neben der praktischen Ausbildung wird auch allgemeine Musiklehre und Hörerziehung vermittelt.
Unsere Proben beginnen jeden Freitag um 18:00 Uhr mit einer einstündigen Schulung des Nachwuchses in der geschilderten Form. Von 19:00 Uhr bis 20:00 Uhr wird in den verschiedenen Registern getrennt geprobt. Daran schließt sich eine Gesamtprobe an.

2001 feierte unser Spielmannszug sein 50-jähriges Jubiläum. Mit einem großen Festabend im Festzelt auf unserem Schützenplatz beging der Spielmannszug mit vielen Gästen diesen Geburtstag. Ebenfalls fand in diesem Jahr der bereits 8. Musikwettstreit statt.

In diesen Jahren übernahmen unsere Spielleute auch immer mehr Aufgaben im überregionalen Bereich. So wurde Jens Boermann stellv. Kreisfachleiter im Münsterland für das Spielleutewesen, Giesbert Boermann wurde 2. Vorsitzender dieses Verbandes und Silvia Hertelt führte lange Jahre die Kasse der Kreismusikjugend Münsterland im Volksmusikerbund NRW.

Bei zahlreichen Wettbewerben wurden immer wieder vorderste Plätze belegt. Dies bestätigt uns auch den guten Ausbildungsstand unserer Spielleute. Mehrere Konzerte wurden durchgeführt. Besonders erwähnen wollen wir hier das Konzert zum 25-jährigen Bestehen des Spielmannszuges der Ev. Erlöserkirche Gronau. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Blasorchester auf unseren Schützenfesten, entwickelte sich eine herzliche Freundschaft. Und in besonderer Erinnerung bleibt uns das Gemeinschaftskonzert mit dem Spielmannszug der Gildeschützen Schüttorf. Vor Jahren wäre ein solches Konzert unter dem Titel »Aus zwei mach eins« undenkbar gewesen. Hier zeigt sich die gute Zusammenarbeit und Freundschaft der vergangenen Jahre.

Große Resonanz fand auch unser 9. Musikwettstreit, bei dem wir erneut ein Kreiswertungsspiel in kleinen Gruppen integrierten. Am Vorabend des Wettbewerbes begeisterten das Wehrbereichsmusikkorps II und die Band Of The Royal Lancers knapp 1000 Besucher in der Vechtehalle während ein von uns initiiertes Benefizkonzert zu Gunsten mehrerer Wohlfahrtsverbände.

Jedes Jahr bereiten wir auch eine Fahrt für unsere Jugendlichen vor, bei der nicht das Musizieren im Mittelpunkt steht, sondern es um den gemeinsamen Spaß geht. Das sind Ausflüge in Freizeitparks, Zeltlager, Kinotage usw.
Im Jahre 2009 führten wir dann unseren 11. Musikwettstreit durch. Inzwischen ist dieser Wettbewerb so bekannt und die Fachleute sind von seiner Qualität so überzeugt, dass es aus vielen Regionen Anfragen von interessierten Vereinen gibt, die sich gern bei uns einer Wertung unterziehen möchten.

In den vergangenen zwei Jahren zeigte es sich, dass es immer schwieriger wird, Jugendliche für das Hobby „Spielleutemusik“ zu begeistern. Da unser Dirigent Jens Boermann und einige andere unserer Musiker durch Ausbildungstätigkeiten sehr gute und freundschaftliche Beziehungen zum Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Bad Bentheim haben, kam es in beiden Vereinen zu einer Idee, die in der Obergrafschaft ein absolutes Novum darstellt. Man wird ab dem Jahr 2012 die Kräfte und Kapazitäten bündeln, seit Januar werden alle Proben gemeinsam gestaltet und die Auftritte bestritten. Dies soll den Weg für eine gemeinsame Zukunft beider Musikzüge ebnen, damit beide Spielleutevereinigungen weiterhin personell und qualitativ auf gutem Niveau musizieren können.

Die Bilder zeigen unseren Spielmannszug Adler mit den passiven Mitgliedern unseres Zuges. Auf den folgenden Bildern sind die einzelnen Register (Sopransatz, Alt- und Tenorsatz, Schlagwerk und Dirigenten) zu sehen, wie sie sich zukünftig präsentieren werden. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Jens Boermann, Norbert Thannhäuser, Dagmar Beulker und Lars Woltmann.

Wir wünschen uns, dass allen Musikern unserer Spielmannszüge die Freude am gemeinsamen Musizieren erhalten bleibt, und immer wieder Kinder und Jugendliche den Weg zu uns finden, um mit anderen zusammen eines der schönsten Hobbys auszuüben – Musik »machen«.

Wir bedanken uns bei allen ehemaligen und jetzigen Aktiven des Zuges, bei allen Freunden und Gönnern, beim Vorstand des Schützenvereines Adler sowie bei der Stadt Schüttorf für alle Unterstützung in den letzten 61 Jahren.

Unterstützt durch DSG